Hochbegabte, Underachiever und hochsensible Kinder/Jugendliche

In meiner "Lerntherapeutischen Praxis Stephanie Kaye" arbeite ich mit hochbegabten und/oder hochsensiblen Schülerinnen und Schülern, sowie hochbegabten Underachievern, sprich Schülern, die ihr nachgewiesenes hohes geistiges Potenzial (IQ höher 130) entgegen der Erwartung nicht in entsprechende Performanz umsetzen können (Schulleistungsprozentrang).

Ich bin studierte Erziehungswissenschaftlerin, Integrative Lerntherapeutin und zusätzlich qualifiziert als "Beraterin für Hochsensibilität bei Kindern und Jugendlichen", habe u.a. den Fernstudiengang "Hochbegabung in Theorie und Praxis" belegt und eine Fortbildung zum frühen Erkennen von Hochbegabung und Förderung von hochbegabten Kindergarten- und Vorschulkindern erfolgreich absolviert. Als selbst hochbegabter und hochsensibler Mensch kann ich die Problematiken, die sich in diesem Themenfeld zeigen, gut nachvollziehen, aus einem reichen Erfahrungsschatz Hilfestellungen bieten und Kinder/Jugendliche bei der individuellen Problembewältigung entsprechend gut anleiten. Fachliteratur liegt umfangreich in meiner Praxis vor und kann von interessierten Eltern und Schülern gern zur kurzfristigen Leihe angefragt werden.

 

Was ist Hochsensibilität?

Hochsensibilität – auch Hochsensivität oder eher unscharf Überempfindlichkeit – ist ein Persönlichkeitsmerkmal, manche sprechen von einer Begabung, wobei bei den Betroffenen die Filter des Nervensystem anders als bei Normalsensiblen arbeitet, sodass sie eine erhöhte Empfänglichkeit für äußere wie innere Reize besitzen. Hochsensible (Highly Sensitive Persons) nehmen etwa Geräusche und Berührungen stärker wahr, und was ihr Innenleben angeht, bleiben Erinnerungen, Vorstellungen und Gedanken länger und intensiver in ihrem Bewusstsein, was Vor- und Nachteile hat, denn einerseits haben Hochsensible ein tiefes Erleben und können gut mit anderen Menschen mitfühlen, andererseits sind sie schneller überreizt und brauchen lange, um alles zu verarbeiten. So kann sich für einen Betroffenen ein schwelender Konflikt noch nach Wochen so stark anfühlen wie zu Beginn.

Hochsensibilität ist daher eine Wahrnehmungsbegabung und keine Krankheit, jedoch machen die Konsequenzen der geschärften Sinne vielen Betroffenen zu schaffen, denn ohne Erholungspausen ermüdet der dauernde Input ihren Körper und ihre Psyche. Zwillingsstudien legen nahe, dass es sich um eine genetisch bedingte Besonderheit der reizverarbeitenden Systeme handelt.

Es gibt drei zentrale Merkmale, die allen Hochsensiblen zu eigen sind: Das ist das lange Nachhallen von Gefühlen, die schmale Komfortzone zwischen “alles wird mir zu viel” und “mir ist langweilig” sowie eine schnelle Überreizbarkeit. Eine Geräuschkulisse wie etwa in einem Bahnhof oder Café kann für Betroffene schon nach kurzer Zeit sehr anstrengend sein und bis zur Erschöpfung führen. Auch Reize wie intensive Gerüche, Berührungen oder visuelle Eindrücke nehmen hochsensible Menschen viel intensiver wahr als andere, d. h., Hochsensible bevorzugen häufig ruhigere und reizärmere Umgebungen und fühlen sich wohler, wenn sie mit weniger Reizen aus der Umwelt konfrontiert werden. (Stangl, 2019).
(Stangl, W. (2019). Stichwort: 'Hochsensibilität'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. und https://lexikon.stangl.eu/2896/hochsensibilitaet/ (2019-06-26)

Das Konstrukt Hochsensibilität existiert seit seiner Postulierung durch die amerikanische Psychologin Elaine Aron in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung aus dem Jahr 1997. Inzwischen gibt es mehrere wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Veröffentlichungen auch in deutscher Sprache. (https://www.hochsensibel.org/dokumente/Broschuere.pdf)

 

Was ist Hochbegabung?

Hochbegabung ist die Disposition für herausragende Leistungen und nicht die Hochleistung selber. Eine Hochbegabung setzt sich zusammen aus sehr guter Motivation, Kreativität und überdurchschnittlichen Fähigkeiten auf einem oder mehreren Gebieten. Sie kann nur unter bestimmten Umständen zu Höchstleistungen führen. (https://lexikon.stangl.eu/174/hochbegabung/)

 

Arten von Hochbegabung

Höchstleistungen sind in vielen Bereichen möglich, folglich gibt es zahreiche Arten der Hochbegabung. Im allgemeinen Sprachgebrauch verbindet man Hochbegabung vor allem mit Intelligenz bzw. mit einem entsprechenden IQ. Intelligenz befähigt dazu, neue Situationen und Anforderungen aufgrund von Einsicht und Fantasie zu bewältigen, statt durch Wissen und Erfahrung. Selten sind intellektuelle Begabungen nur auf einen Bereich beschränkt, sog. "Inselbebagungen".

Zumeist zeigt sich die Intelligenz eines Menschen in mehreren Tätigkeitsbereichen. Abgesehen von der intellektuellen Hochbegabung kann man drei weitere Arten unterscheiden: die künstlerische, die psychomotorische und soziale Hochbegabung.

Künstlerische Hochbegabungen sind sehr früh erkennbar, besonders im Bereich von Musik und Malerei.

Mit psychomotorischer Hochbegabung ist eine besondere körperliche Geschicklichkeit gemeint, wie sie beim Sport, Tanzen oder beim Basteln zu beobachten ist.

Sozial hochbegabt ist man, wenn man über ein außerordentliches Maß an Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Hilfsbereitschaft verfügt, aber auch über die Fähigkeit, Menschen zu leiten und anzuleiten. (http://www.hallofamilie.de/familienleben/kind-eltern/weitere-artikel/1/6...)

Umfangreiche Informationen zu Hochbegabung bei Kindern, die Möglichkeiten eine Hochbegabung zu erkennen, Hilfestellungen für Eltern, Lehrer und Erzieher finden Sie u.a. auf der Internetseite der Gesellschaft für das hochbegabte Kind (www.dghk.de).

 

Underachievement

Underachievement wird allgemein definiert als erwartungswidrige schulische Minderleistung bei hochbegabten Kindern. Underachiever veranschaulichen, dass Hochbegabung nicht zwangsläufig eine Hochleistung bedeutet. Hochbegabung bezeichnet lediglich das hohe geistige Potenzial eines Kindes, ob sich dieses zu herausragenden Schulleistungen entwickelt, ist von einer Vielzahl von Faktoren wie Elternhaus, Schule und Persönlichkeit des Kindes abhängig. (http://www.gymnasium-harksheide.de/files/_data/Vortragshandout_Underachi...)

Underachiever fallen im Unterricht u.a. durch folgende Verhaltensweisen auf:

  • mangelnde Rechtschreibung, undeutliche Schrift und ausgeprägte Schreibunlust
  • geringe schulische Lern- und Leistungsmotivation
  • Konzentrationsprobleme
  • fehlende Lern- und Arbeitstechniken
  • asynchrone Entwicklung
  • Anstrengungs- und Leistungsvermeidung bis hin zur totalen Verweigerung (u.a bei Routine- und Fleißarbeiten, Hausaufgaben)
  • kritisches Hinterfragen von Autoritäten
  • Äußern von Langeweile
  • Suche nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten (Stören, Diskussionen etc.)
  • hohes Fachwissen bei selbstgewählten Themen
  • ungewöhnliche Denk- und Lösungswege
  • komplexes Nachfragen
  • negatives Selbstkonzept und Fehlattributionen
  • symptome geistiger Unterforderung
  • hohe Sensibilität bei geringer emotionaler Stablität
  • Ansrengungsvermeidung und geringe schulische Leistungsmotivation
  • unzureichende Selbststeuerung und geringe psychische Reifeentwicklung 

Eltern, Kind und Schule bilden im Falle von Underachievement ein so genanntes Problemsystem, in welchem sich die Personen gegenseitig beeinflussen und so unbewusst die Aufrechterhaltung des Systems fördern. In meiner Arbeit "entwirren" wir die Problemstränge, unterbrechen dann den sog. Problemkreislauf, sehen das Kind nicht länger als alleinigen Problemträger, verabschieden uns von der Idee des "reparierbaren" Kindes, initiieren Veränderungsbereitschaft bei Eltern und Lehrern, schaffen adäquate Lernangebote und beenden so die vorhandene geistige Unterforderung, decken andererseits bestehende Wissenslücken beim Schüler auf und holen Lernstoff nach, arbeiten am Auflösen des negativen Selbstkonzepts auf Seiten des Schülers und gewähren letztlich Zeit, ausreichend Zeit für Veränderungen.