Lernschwächen und Lernstörungen

Informationen zu Lernschwächen und Lernstörungen

Was sind Lernschwächen?

Die Leserechtschreibschwäche oder die Rechenschwäche werden, anders als die Legasthenie und Dyskalkulie, nicht durch genetische Faktoren bestimmt, sondern sie werden durch verschiedene Ereignisse im Leben eines Kindes (Krankheit, familiäre Vorkommnisse, psychische Ursachen uvm.) hervorgerufen, also erworben (multifaktorieller Prozess). Sie sind daher immer individuell und im Kontext multipler Rahmenbedingungen zu betrachten.

Mögliche begünstigende Faktoren einer Lernschwäche:

  1. Entwicklung/Gesundheit: kognitive Voraussetzungen wie Gedächtnis, Intelligenz und Sprachfähigkeit
  2. Sekundärproblematik: psychologisch, emotional
  3. Soziales Umfeld: Familie, Freunde, Mitschüler, Lehrer
  4. Individuelle Lernproblematik: Mathematik, Rechtschreibung, Lesen, Motivation, Konzentrations- und Wahrnehmungsprobleme

Diese erworbenen Schwierigkeiten können vorübergehend sein und durch vermehrtes Üben am Symptom, also mehr Schreiben, Lesen, Rechnen, zumeist behoben werden. Ich arbeite mit zahlreichen Fragebögen zu Konzentration, Lernorganisation und Motivation, um die Kernproblematik zu entschlüsseln und dann individuell ansetzen und helfen zu können.

 

2. Was sind Lernstörungen?

Von Legasthenie spricht man, wenn Kinder bei sonst guter Intelligenz beim Erlernen des Schreibens und/oder Lesens Probleme haben.

Von Dyskalkulie spricht man, wenn Probleme beim Rechnen auftreten.

Legasthene/dyskalkule Menschen und Kinder sind nicht lernschwach, sondern sie haben lediglich eine differente Sinneswahrnehmung, d.h. eine andere Informationsverarbeitung und eine damit verbundene andere Lernfähigkeit. Im Zustand er Konzentration können diese Kinder oft erstaunliche, aber kaum konstante Leistungen erbringen.

Verursacht werden beide Problembereiche durch differente Sinneswahrnehmungen, die zeitweise Unaufmerksamkeit und deshalb Wahrnehmungsfehler verursachen.

Der Grund für eine differente Sinneswahrnehmung wird im genetischen Bereich angenommen. Legasthenie/Dyskalkulie kann also vererbt werden. Diese biogenetische Laune der Natur ist in der Grundausprägung keine Schwäche, Störung, Krankheit oder Behinderung.  Mehr als 15% der Weltbevölkerung haben diese besondere Sinneswahrnehmung, die lediglich eine besondere Didaktik (Unterrichtsform beim Lernen des Schreibens, Lesens und/ oder Rechnens) benötigt.

Die Förderung eines legasthenen/dyskalkulen Kindes erfordert viel Geduld auf allen Seiten. In einer ganzheitlichen Lerntherapie wird vorrangig gelernt, wie die eigenen Gedanken bei der Bearbeitung von Aufgaben gehalten werden können (Aufmerksamkeit). Betroffene Kinder sind durchaus in der Lage dies bei anderen Tätigkeiten zu schaffen. Sie werden viel zu oft von ihrem Umfeld als unkonzentriert oder hyperaktiv bezeichnet, oder gar als dumm "abgestempelt". Für den dauerhaften Erfolg ist daher von großer Wichtigkeit, die differenten Sinneswahrnehmungen gezielt zu trainieren und viel Lob für die wirklich hart arbeitenden Kinder zu spenden. Das tue ich hier gern und mit viel Zeit.

Die Diagnose einer Lese- und Rechtschreibstörung darf grundsäzlich nur von Ärzten, Psychotherapeuten und Heilpraktikern gestellt werden. Ich verweise Sie, liebe Eltern, gern an entsprechende Stellen in Rostock und Umgebung.

Diese Programme und Fachliteratur verwende ich u.a. in meiner Therapiearbeit, abhängig vom Lernproblem und Alter des Kindes:

* Lesen lernen durch lauttreue Leseübungen: Leseschwäche-Leselernprozess-Leseübungen (Findeisen, Melenk, Schillo)

* Lese- und Schreibübungen zum Kieler Leseaufbau (Gerth)

* Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung (Reuther-Liehr)

* Das Marbuger Rechtschreibtraining: Ein regelgeleitetetes Förderprogramm für rechtschreibschwache Kinder (Schulte-Körne, Mathwig)

* Kieler Leseaufbau (Dummer-Smoch, Hackethal)

* Interventionen bei Lernstörungen (Lauth, Grünke, Brunstein)

* Teufelskreis Lernstörungen: Theoretische Grundlegung und Standardprogramm (Betz, Breuninger)

* Systemische Lerntherapie: Ein integrativer, beziehungs- und ressourcenorientierter Ansatz (Lehmann, Eithmann)

* Integrative Lerntherapie-Grundlagen und Praxis: Einsatzmöglichkeiten bei Kindern mit Rechenschwächen und Lese-Rechtschreibschwächen (Nolte)

* Lerntherapie in Theorie und Praxis (Metzger)